| Jeder farbsensible Mensch hat
ein differenziertes individuelles Verhältnis zu Farben. Farben entscheiden bei der
Wahrnehmung eines Raumes darüber, ob er Behaglichkeit oder distanzierte Kühle
ausstrahlt. Farbe kennzeichnet sich
durch den Farbton, die Leuchtkraft und die Sättigung aus. Der Farbton hängt mit der
Wellenlänge des Lichts zusammen und bestimmt daher in welcher Farbe er wahrgenommen wird.
Die Leuchtkraft bezieht sich auf die Intensität des reflektierten Lichts, und die
Sättigung auf die Konzentration oder Intensität des Farbtons. Je leuchtkräftiger oder
satter eine Farbe ist, desto lustbetonter ist sie. Die lustvollsten Farbtöne sind blau,
grün, violett, rot und gelb, und zwar in der angegebenen Reihenfolge.
Je weniger leuchtkräftig und gesättigt die Farbe ist, desto erregender ist sie. Die
erregendsten Farben sind rot, gefolgt von orange, gelb, violett, blau und grün, wobei
grün die am wenigsten emotionale Farbe ist.
Sollte in einem Raum das Erregungspotential maximiert werden, dann wären samtige oder
tiefrote strukturierte Tapeten, Teppiche und Vorhänge zu verwenden. Die für den
Geselligkeitsbereich ausgewählten Farbzusammenstellungen haben sich also mehr auf die
erregenderen Farbtöne und die satteren Farben zu stützen. Es ist daher kein Zufall, dass
solche Dekorationsschemata in den besseren Bordellen des neunzehnten Jahrhunderts auf die
Spitze getrieben wurden.
|
|