| So konnte bei einem Leben für lange Zeit in
einer Eiswüste oder im Nebel gezeigt werden, dass sich eine Ermangelung an
stereoskopischen Eindrücken und Wahrnehmungsreizen einstellt. Der Mensch wird müde, die
Leistungsbereitschaft geht zurück und er wird seelisch krank. Das bedeutet der Mensch
braucht sowohl den Farbwechsel als auch den Lichtwechsel. Denn gerade durch farbige
Szenenbilder wird die Aufmerksamkeit erhöht. Allerdings kann eine Reizüberfülle genauso
wie Reizarmut zu körperlichen und psychischen Fehlfunktionen führen.
Konzentrationsschwäche, Ermüdungserscheinungen und Stress sind die Folgen. Wichtig ist
eine Ausgewogenheit an Kontraste, um sowohl Reizfülle als auch Reizarmut in ein
Gleichgewicht zu bringen. Aber Farben beeinflussen
nicht nur den Körper, sondern der körperliche Zustand beeinflusst auch das
Farben-Bewerten. So findet beispielsweise ein erhitzter Mensch einen blauen Raum
angenehmer als einen orangefarbigen, den er normalerweise bei Kälte wählen würde. Hier
ruft eine Störung im chemischen Gleichgewicht des Organismus und des Auges
unterschiedliche Farbempfindungen hervor.
Die synästhetische Wirkung von Farben ist unbestreitbar
und kann im Extremfall drastische Folgen haben. Im negativen Falle kann sie sogar von
gefühlsmäßiger Verstimmung über Unwohlsein oder Übelkeit führen. Beispielsweise
sollen Menschen, die leicht deprimiert sind nicht auch noch in den Farben leben, die ihren
Stimmungen entsprechen wie Violett oder Blau. Vielmehr sollten es gerade die warmen,
lichten Orange- und Gelbtöne sein, die ihnen Wohnen zur Lust werden lassen.
Vorsicht ist auch bei bei den modischen Farbtrends geboten,
sie sind meist künstlich initiiert und nur kurzlebig. In der Regel erfüllen sie die
Bedürfnisse nach einer sinnvollen Farbgestaltung auf der Grundlage der Farben- und
Umweltpsychologie nicht. Eine Farbwahl muss den psychischen und physiologischen
Bedürfnissen des Raumbenutzers gerecht werden. Daher sollen Farben immer äußerst
sensibel aufeinander abgestimmt werden.
|
|