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Sessel beziehen

               

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Die Harmonie von Raum, Möbel und Stoffen ist wesentlich. Eine Selbstverständlichkeit auch für Schonbezüge, die teure Gewebe vor der alltäglichen Abnutzung schützen sollen.

 
Das Bezugsmaterial ist sorgfältig auszuwählen. Der Stoff sollte strapazierfähig und vorgewaschen sein, so dass er nicht mehr einläuft. Die Anfertigung eines Schonbezugs für einen Sessel ist zwar etwas zeitaufwändig, aber mit einem perfekten Schnittmuster wird auch ein zufriedenstellendes Ergebnis erreicht.

Es empfiehlt sich Schablonen aus Papier für die Schnittmuster anzufertigen, besser jedoch sind Stoffreste wie beispielsweise alte Leinentücher oder Kattun. Durch sie lässt sich nicht nur die Stoffmenge besser berechnen, sie helfen auch teure Schnittfehler zu vermeiden und der Bezug sitzt zum Schluss gut.

               
               


Abb. 1


Auszumessen sind die Rückseite "A" vom Fußboden bis zur Oberkante Rückenlehne, die  Rückenlehne "B" und deren Tiefe, die Sitzfläche "C" und die Sitzhöhe "D". Die beiden Armteilblenden "E" können aus einer Stoffbahn zugeschnitten werden. Die Armlehnen "F" werden außen vom Fußboden über die Armlehnen bis zur Sitzfläche gemessen sowie die gesamte Tiefe (=Sesseltiefe). Damit der Bezug zwischen Armlehne und Sitz etwas Spielraum hat sind etwa 10 cm Stoffzugabe einzurechnen. Das Maß verdoppeln, für zwei Armlehnen. Sämtliche Nahtstellen erfordern eine Stoffzugabe von 5 cm.
Soll der Sessel im Fußteilbereich eine Schabracke erhalten, dann wird der Sesselumfang "G" gemessen, die gewünschte Schabrackenhöhe, zuzüglich des Stoffbedarfs für die Gestaltungsvariante.

Die Schablonenstücke anhand der ermittelten Maße aus Stoffresten oder Papier zuschneiden und einen Musterbezug anfertigen. Die angegebenen reichlichen Stoffzugaben bewahren vor der bösen Überraschung, dass der Stoff an den Kanten zu kurz ist.

Das erste Stoffteil "A" mit einer Saumzugabe von 10 cm im Bodenbereich an der Rückseite feststecken. Die Rückenlehne "B" mit der übermessenen Tiefe einschließlich einer Nahtzugabe von 8 cm an beiden Armlehnen rechts und links zuschneiden und mit dem Rückenteil zusammenstecken.
Abb. 2
Die Saumzugabe im Bereich der Armlehnen mehrmals einschneiden, um den Stoff fest anpassen zu können.

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Abb. 3

Bei Sesseln mit abgerundeten Ecken wird der Stoff des Rückenteils "B" entsprechend der Stärke des Rückenteils nach hinten umgeschlagen. Die Polsterecken können gekräuselt werden, indem die Ecken zunächst festgeheftet, dann entlang der Nahtlinie in Form gezogen und der Stoff anschließend gekräuselt und der Naht entlang festgesteppt wird.
Eine andere Variante für abgerundete Ecken ist sie zu Fälteln.
Dazu werden die glatten Teile bis zur Rundung fest geheftet und von der Mitte ausgehend werden gleichmäßig große Fältchen gelegt, geheftet und schließlich festgesteppt.

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Abb. 4

Der Stoff lässt sich aber auch an der Naht, die Vorder- und Rückenteil der Lehne "A" + "B" verbindet, mit Abnähern versehen.

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Abb. 5


Sie werden in gleicher Weise angebracht wie Falten, wobei der Stoff der Rundung mit kleinen Abnähern geheftet, die schließlich entlang der Kante genäht werden.
Den Stoff für die Sitzfläche "C" mit 10 cm Zugaben an der Rückfront und den Seiten, sowie einer Zugabe von 5 cm für die Naht an der Sitzhöhe zuschneiden und miteinander mit Stecknadeln verbinden. Die Vorderseite der Sitzhöhe "D" gemäß Abb. 2 zuschneiden und an dem Stoff der Sitzfläche "C" feststecken. Dabei ist eine Saumzugabe von 10 cm erforderlich, bei einer gewünschten Schabracke müssen nur 4 cm hinzugerechnet werden.
Die Stücke für die Armlehnen mit einer Zugabe ringsum von 10 cm zuschneiden und an der Rückseite "A", dem Rückenteil "B" sowie der Sitzfläche "C" beidseitig feststecken.

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Abb. 6

An den hinteren Kanten der Armlehne die Stoffzugaben einschneiden, damit der Stoff gut an den Armlehnen sitzt.

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Abb. 7

Die Armteilblenden gemäß der Schablone mit einer Nahtzugabe von 5 cm und der Saumzugabe von 10 cm, bei einer gewünschten Schabracke nur 4 cm, zuschneiden und feststecken. Die Nahtzugaben an den Rundungen einschneiden, damit der Stoff gut sitzt.
Sämtliche Nähte den Stecknadelmarkierungen entsprechend feststeppen, schließen und und den überschüssigen Stoff bis auf 2 cm zurückschneiden. Nähte glattbügeln, den Bezug wenden, über den Sessel ziehen, Sitz kontrollieren und notfalls korrigieren. Den unteren Saum abmessen, abstecken und absteppen. Den korrekt sitzenden, fertigen Probebezug abnehmen, auftrennen und anhand der Stoffschablonen den original Bezug zuschneiden. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass der Strich bzw. Flor bei unifarbenem Stoff sowie das Muster des Stoffes richtig liegen.
Die Unterkante eines Sessels kann glatt fallen oder mit einer Paspel oder Schabracke versehen werden. Die Schabracken können gerade, aus 4 einfachen Blenden mit jeweils einer unterlegten Falte sein. Oder aus einem gekräuselten Überhang bestehen, der etwa doppelt soviel Stoff wie ausgemessen benötigt. Auch eine Schabracke mit gelegten Falten ist möglich, für die jedoch die dreifache Stoffmenge einzukalkulieren ist.


Abb. 8

Schabracken haben in der Regel eine Breite von 18 cm und können mit Ziernägeln oder durch Annähen an der Unterseite des Sessels angebracht werden
Sollte ein Sitzkissen zusätzlich bezogen werden, dann sind beispielsweise große Stoffmotive jeweils in der Kissenmitte zu platzieren. Polsterkissen nähen
 

 

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